Klassiche Türkische Musik

 Über

Dsiese Art von Musik wird auch als “Osmanische Musik” oder als “Türk Sanat Müziği” (Türkische Kunstmusik) bezeichnet. Parallel zur Gründung des osmanischen Staates, seinem Wachstum und seiner zunehmenden Macht, entwickelte sich diese Form der Musik, wurde bereichert, gewann an Form und Ästhetik und erreichte ihre charakteristischen Züge einer künstlerischen Musik. Diese Musik behandelte Themen wie Religion, Liebe, Militär, Krieg u.v.m. und entwickelte zu jedem Thema eine spezifische Art und Form als auch ein Ensemble. Die osmanische Musik wurde von der Musikkultur der neuen Länder, die an das osmanische Reich angegliedert wurden, beeinflusst, nahm neue Elemente auf und beeinflusste seinerseits auch die Musik dieser betreffenden Länder. Mit den Unruhen und dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches allerdings kann ab Beginn des 19. Jahrhunderts in der türkischen osmanischen Musik ein zunehmender Verlust der Tiefe und eine Aufweichung des Standarts beobachtet werden. Während die osmanische Musik früher am Hof und für die gehobenere Bevölkerung gespielt wurde und an seinen Prinzipien festhielt, entfernte sie sich zunehmend von diesem Verständnis und entwickelte sich zur städtischen Unterhaltungsmusik. Diese Entwicklung, die auch in der Gegenwart anhält, ist Grund dafür, dass das “Lied” bzw. alle Arten der gespielten osmanischen Musik ihren Stellenwert verloren haben und sich mit ihrer zunehmenden Ausbreitung zu einer Populärmusik entwickelt haben.

Da bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Aufzeichnung der Noten kaum Wert beigemessen wurde, wurden viele der Musikprodukte, die in diesen Bereich fallen, vergessen und gingen somit der Gegenwart verloren. Die Anzahl jener Werke, die aufgezeichnet und in Noten übertragen wurden, schätzt man für die musikalischen Werke vom 15. bis zum 18. Jahrhundert auf ungefähr 3000, jene die im 19. Jahrhundert komponiert wurden werden auf ungefähr 5000 Werke geschätzt. Insofern sind insgesamt 8000 Werke der osmanischen Musik bis heute erhalten. Diesen Werken, die sich hinsichtlich ihrer Tonfolge, Weise, Form, Musikinstrumente und Spielweise auszeichnen und ihre Wurzeln in früheren geschichtlichen Perioden haben, können noch Werke des erste Viertels des 20. Jahrhunderts hinzugefügt werden. Jene Musik, die ab diesem Zeitpunkt bis heute unter dem Namen „Türk Sanat Müziği“ oder „Klasik Türk Müziği“ produziert wurde und zunehmend eine populäre Form und Funktion annahm, kann als Verlängerung der klassischen osmanischen Musik, die deren Normen aufgegriffen hat, angesehen werden.

Die osmanische Musik ist eine Synthese. Sie trägt den Reichtum der Geschichte in sich. Sie hat sich mit dem Einfluss der mit den Türken lebenden Völker und Minderheiten wie Byzantinern, Griechen, Persern, Arabern, Juden und Armenen entwickelt und hat auf der Schule des osmanischen Serails, am Hof, ihre glänzendste Periode erlebt. Kein anderes Land, das ein ähnliches System anwandte, konnte diese künstlerische Stufe und Höhe, die die Osmanen diesbezüglich erreichten, erlangen.

Die osmanische Musik baute auf der Grundlage des “makam birliği” (Einheit der Tonfolge, melodischer Weise) auf, wurde in der Ordnung des “Fasıl” (Reihenfolge in einem orient. Musikprogramm) angelegt und in dieser Form vorgetragen.

Fasıl: Dies ist eine Anordnung von Werken, die in einer einheitlichen Tonfolge komponiert wurden und nach einer bestimmten Ordnung der Reihe nach vorgetragen werden. In einem Fasıl nehmen sowohl vertonte Werke als auch Saz-Werke (Saz ist ein volkstümliches Musikinstrument mit langem Hals, das mittels Schlagring gespielt wird) ihren Platz ein. Bei der Zusammenstellung eines Fasıl ist das zugrunde liegende Element die Tatsache der gleichen Tonfolge, wobei je nach Art und Form der Werke die Reihenfolge bestimmt wird. Um ein Fasıl zusammenzustellen, das einer gleichen melodischen Weise zugrundeliegt, müssen im allgemeinen zwei “Beste” und zwei “Semâî” (Beste und Semâî sind bestimmte Liedformen, wobei Beste sozusagen eines der wichtigsten und bekanntesten Kompositionen darstellt) komponiert werden. Diese sind vertexte Werke. Die Beste werden in der Form “Murabba” (Strophen zu je vier Halbversen) oder “Nakış” (langsame Weise mit einstrophigem Text) komponiert. Die in einem “Gazel” (eine bestimmte Liedart) auf der Grundlage eines Doppelverses komponierten Murabbas können entweder mit oder ohne „Terennüm“ gehalten sein. Außer den Halbversen der Gedichte, die dem Werk zugrundeliegen, werden dem Takt gemäß melodische Wortreihen verwendet, die entweder keinen Sinn ergeben, wie “ten, tenen, tenenen, ten nen ni”, oder Wortreihen, die eine Bedeutung haben, wie “canım, ömrüm” (Mein Herz, mein Leben). Diese werden als “Terennüm” bezeichnet.

a) Ein beliebiges Taksim, das mit einer Saz gespielt wird
b) Peşrev
c) Erstes Beste oder Kâr
d) Zweites Beste
e) Ağır Semai
f) Mehrere Şarkı (diese werden dem Takt und der Schnelligkeit der Melodie gemäß gereiht,wobei gegen Ende immer kürzere Taktfolgen und schnellerer   Rhythmus folgen)
g) Yürük Semai
h) Saz Semai

Das Stück des Fasıls, das als “Kâr” bezeichnet wird, räumt den sogenannten “Terennüm” (also verbindende Wortfolgen) einen großen Raum ein und stellt ein vertextlichtes Lied dar, das große Meisterlichkeit erfordert. Es ist eines der feinst entwickelsten Formen der Lieder. Die Weisen, die als “Şarkı” bezeichnet werden stellen eine Form dar, die in unserer Literatur durch den Einfluss der Volkslieder entstanden sind. Diese Şarkı bestehen aus Versen und werden je nach Anzahl dieser Verse verschieden bezeichnet. Sie werden mit kurzem Takt komponiert und können sehr unterschiedlich strukturiert sein. Sie sind insbesonders im 19. Jahrhundert auf Interesse gestoßen und stellten die anderen vertexteten Liedformen in den Schatten. Im XX. Jahrhundert haben sich diese Lieder zu einer Art „Fantasielieder“ entwickelt, wurden zunehmend populär und außer wenigen erfolgreichen Beispielen öffneten diese auf dem Gebiet der traditionellen türkischen „Sanat Müzik“ bis zu einem bestimmten Grad den Weg zu einer gewissen Untiefe.

Die hauptsächlich verwendeten Arten der Saz-Werke in der osmanischen Musik sind folgende:

Peşrev: Dies sind Saz-Lieder, die im allgemeinen mit langen Taktfolgen wie, “Darb-ı Fetih”, “Sakil”, “Muhammes”, “Devr-i Kebir” komponiert sind. Bei manchen wurde auch der “Düyek” Takt (kurze Taktfolgen) verwendet, sie bestehen aus verschiedensten Melodien, weisen den als “Hane” bezeichneten Musikabschnitt (meist vier Hane) auf sowie den Abschnitt “Mülâzime” (eine Art Refrain, der nach jeder Hande gesungen wird und mit dem das Lied abgeschlossen wird).

Saz Semaisi: Dies sind Saz-Lieder, die, obwohl sie im gleichen Werk wie die Peşrev stehen, mit Taktfolgen wie “Semai” (6 teiliger Takt), “Aksak Semai” (10 teiliger Takt) und “Yürük Semai” ( 6 teiliger Takt) komponiert sind. Die Saz Semai-Lieder werden am Ende des Fasıl, nach den Yürük Semai gespielt.

Taksim: Dies sind die Lieder eines Fasıl, die zu Beginn einer Fasıl gespielt werden, um die Melodien vorzustellen, einen Weg zu weisen, um aufzuwärmen. Allerdings sind sie an keine bestimmte Taktfolge gebunden und werden in Form der Improvisation wiedergegeben.

cifteOyun havası: Dies sind Saz-Lieder, die zum Tanzen komponiert wurden.

Taktfolgen: Bis zum 15 teiligen Takt werden die Taktfolgen als “Küçük usûller” (Kleine / kurze Taktfolgen), ab dem 15 teiligen Takt aufwärts werden die Taktfolgen als “Büyük usûller” (Große / lange Taktfolgen) bezeichnet. Werden zwei lange Taktfolgen gemeinsam verwendet, so wird dies als “Darbeyn” bezeichnet. Es gibt auch Reihen von Taktfolgen, bei denen mehrere Taktfolgen nebeneinander verwendet werden. Eine dieser Taktfolgen-Reihen ist die aus fünf Taktfolgen bestehende “Zencîr”, die nach einer Auffassung aus einem 60 teiligen Takt, nach anderer Auffassung aus einem 120 teiligen Takt besteht. Die innerhalb der kurzen Taktfolgen aus 5, 7, 9 etc. teiligen Takten bestehenden Taktfolgen, oder wie bei der “Aksak Semai”, also aus 10 teiligem Takt bestehende Taktfolgen, werden unter der Bezeichnung “Aksak usûller” zusammengefasst. Die eigentliche Taktfolge, die den Namen “Aksak” trägt, weist die Taktformel 2+2+2+3 auf.

 Perioden

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Die Türkische Klassische Musik , die man auch als Elitemusik bezeichnen könnte und die zunächst Unterstützung innerhalb des Hofes, der Derwisch-kloster und der Medressen (islam. Hochschule für Theologie) erhielt, kann auch als „eine vertonte, eine spezifische Tonart, Takt und Technik besitzende, neu arrangierbare türkische Kunstart“ beschrieben werden. Sie hat ein System, über das heute viel diskutiert wird und besitzt nahezu 600 Tonarten, deren Namen nicht bekannt sind. Hüseyin Sadettin Arel hat 498 Tonarten der Türkischen Klassischen Musik einen Namen gegeben. Viele von ihnen gibt es heute nicht mehr. Auch zu ihrer historischen Entwicklung gibt es verschiedene Ansichten, wobei manche theoretische Perioden-bezeichnungen wie Erste Wissenschaftliche, Erste Klassik, Letzte Klassik, und Neoklassik verwenden und andere diese Perioden mit Entstehungsperiode, Entwicklungsperiode, Glanzperiode, Veränderungsperiode, Aufschwung-periode, Neue Periode klassifizieren. Hier werden wir jene Version durchnehmen, die durch Ercüment Berker benannt und in Perioden eingeteilt wurde. Diese sind:

1. Die Aufbau und Entstehungsperiode

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Aufzeichnungen über diese Periode begegnete man in alten chinesischen Quellen. Stützend auf Texte, die Maurice Courant aus alten chinesischen Schriften sammelte, fand man Informationen über Verdienste der zentralasiatischen Türken an der Musik, wobei betont wird, dass sie nicht nur im Hinblick auf die chinesische Kultur von Bedeutung sind, sondern auch hinsichtlich der Geschichte der klassischen türkischen Musik. Man behauptete, dass es dadurch möglich war, die Geschichte der Klassischen Türkischen Musik in den Jahrhunderten vor Christi Geburt beginnen zu lassen und die Rolle der Türken in der Entstehung der Hochkultur Zentralasiens festzustellen und ebenfalls auf Grund dieses ethnografischen Materials Kenntnis über Musikensembles in den türkischen Schlössern, über die türkische Militärmusik und über zahlreiche alte türkische Musikinstrumente zu erwerben. Es stellte sich jedoch heraus, dass die traditionell Klassische Türkische Musik nach Konvertierung der Horasan-Turkistan-Türken zum Islam im 10. Jahrhundert, seitens der Türken des Westens entwickelt wurde, in den von Türken überquerten und besiedelten Gebieten zur gegenseitigen Beeinflussung führte, aber bei anderen Musikrichtungen umfassendere Wirkung hinterließ. Daten über die Klassische Türkische Musik erreichten uns deshalb ab dem 13.Jahrhundert In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat Mevlana Celalettin Rumi (1207-1273), Gründer des Mewlewi-Orden in Anatolien, dem türkischen Kulturleben zu einem Aufschwung verholfen, dessen Einflüsse bis in unsere Tage reichen. Die Tatsache, dass der Mewlewi-Orden der Musik große Bedeutung beimaß und Sultan Veled (1226-1312), Sohn des Mevlana, ein gewaltiger Komponist war, hat den Erfolg und den Einfluss dieser Musik gesteigert. In diesem Jahrhundert hat der Aserbaidschanische Türke, Urmiyeli Safiyüddin, Musikwissenschafter und Komponist, in seinem Werk namens “Şerefiye’ die Grundlagen des Systems der Klassischen Türkischen Musik dargelegt.

 

2. Die Vorklassik (Präklassik): Periode

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Diese Periode erstreckt sich vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zu den Anfängen des 18. Jahrhunderts. Innerhalb dieser Periode legten die osmanischen Herrscher, von Yıldırım Beyazıt (1398-1402) bis Murad II. (1421-1451), die auf den Thron kamen, als erste Wissenschafter und Künstler der osmanischen Herrscher, große kulturelle und intellektuelle Aktivität an den Tag und unterstützten künstlerische Tätigkeiten. Das bedeutendste Ereignis dieser Periode war die Existenz des in der Geschichte der Klassischen Türkischen Musik als großer Meister geltenden Abdulkadir Meragi (1399-1435). Er übermittelte in seinen Werken, sowohl sehr wertvolles Wissen hinsichtlich der Klassik-Theorie der Klassischen Türkischen Musik und der damaligen islamischen Musik, als auch hinterließ er einen wahren Musikschatz durch sein Werk „Kenz’ul Elhan“ (Schatz-kammer für Musikweisen), wobei er hunderte Werke aus der Klassischen Türkischen Musik mit „ebcet“ –Noten (für arabische Buchstaben verwendete Zahlenwerte) schrieb. Die Werke „Fethiye“ und „Zeynü’l Elhan“ von Ladikli Mehmet Çelebi, zählen zu den bedeutendsten Werken dieses Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Türkische Klassische Musik zwar auf dem Gebiet der Komposition, konnte aber in keinem Musikwissenschaftszweig irgendeine Präsenz zeigen. Aus diesem Jahrhundert erreichten uns, aus den Makamarten „dügah“, „hüseyni“, „pençgah” drei „mevlevi ayin-i şerifi’(Reziationsgesänge), die „Beset-i Kadim“ genannt wurden und die ältesten Werke dieses Jahrhunderts darstellen, deren Komponisten unbekannt sind.

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Im 17. Jahrhundert, innerhalb der Vorklassikperiode, verzeichnete insbesondere das Komponieren sehr große Entwicklung. Der aus Polenstammende Ali Ufkî – oder Ufukî – Bey (Albert Bobowski 1610-1675?) hat in seinem 1650 geschriebenen Werk „Mecmua-i Sâz ü Söz“ in einem speziellen Notensystem für westliche Musik, welches von rechts nach links geschrieben wird, etwa 150 Werke (türkü, varsağı und yelteme) veröffentlicht. Dieses Werk ist das erste, bei dem westliche Noten für Türkische Musik verwendet wurden. Prinz Dimitri Kantemir, auch Kantemiroğlu, sorgte dafür, dass etwa 300 “peşrev” und “saz semaisi” in dem von ihm entwickelten Notensystem dokumentiert wurden und gab mit seinem Werk “İlmü’l Mûsikî à la Vechil Hurufat“ breiten Aufschluss über die Ton- und Taktarten seiner Periode. Zu den berühmtesten Komponisten der Präklassik-Periode können Hatib Zakiri Hasan Efendi, Hafız Post, Gülşeni Şeyhi Ali Şir ü Gani, Buhurizade Mustafa, Itri Efendi, Recep Çelebi, Eyyübi Mehmet Çelebi, Solakzade, Köçek Mustafa Dede, Seyyit Mehmet Nuh Efendi gezählt werden.

 

3. Die Klassik Periode

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Diese Periode erstreckt sich über einen Zeitraum von Itri (1640-1712) bis Hammamizade İsmail Dede Efendi (1778-1846). Klassische Türkische Musik, die durch meisterhafte Kompositionsfähigkeit von Itri einen Aufschwung erlebte, gewann in der „Tulpenzeit“ sehr glanzvolle, fröhlich-heitere, schelmisch-lustige Instrumental- und Gesangwerke. Itri ist in der Geschichte der Klassischen Türkischen Musik als die bedeutendste Person anerkannt. Neben seiner gewaltigen Dichtkunst ist er ein berühmter Gesangskünstler seines Zeitabschnitts. Das bedeutendste Ereignis der Klassik-Periode ist die Thronübernahme Selim’s III. (1789-1807). Selim der III. schuf innerhalb einer Periode, die über seine 18-jährige Herrschaft hinausging, eine Schule. Şeyh Abdülbaki Nasır Dede übertrug auf dessen Befehl die “ebcet”-Noten in das damalige Notensystem und sammelte hunderte Kompositionen in seinem Werk „Tahiriye“ und verhinderte dadurch den Verlust dieser.

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Hamparsum Limonciyan, (1768-1839), ein Musikwissenschafter armenischer Herkunft, entwickelte im selben Zeitabschnitt mit Nâsır Abdülbaki Dede, ebenfalls auf Anordnung des Sultan Selim III., ein Notenschreibsystem. Dieses System, welches bei Komponisten und Ausführenden großes Interesse fand, wurde bis in die letzte Zeit intensiv Gebrauch. Die Erneuerungsbewegung welches Selim III. „Nizam-ı Cedid” bezeichnete und das die Erneuerung des Osmanischen Reiches in allen Bereichen vorsah, hatte auch Einfluss auf Klassische Türkische Musik. Er erfand 14 eigene Tonarten. Ein weiteres wichtiges Ereignis dieses Periode waren die Reflektion der “Vak’a-ı Hayriye” genannten Reformbewegungen Mahmut II. auf die Türkische Musik. Komponisten, die den Westen kennenlernten (Şakir Ağa, Dede Efendi, Emin Ağa usw.) schufen Werke unter dem Einfluss der westlichen Musik (zum Beispiel: das Werk “Gülnihal” von Dede Efendi).

 

4. Neoklassikperiode

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Diese Periode beginnt mit Dede Efendi (1778-1846), der sowohl in der Klassik-Periode, als auch in der Neoklassik-Periode angegeben werden kann und erstreckt sich bis Hacı Arif Bey (1831-1884). Bedeutende Komponisten entfernten sich langsam von den klassischen Regeln und gaben nicht mehr Werken von großen Formen den Vorzug, sondern zogen es vor Werke von kleinen Formen, insbesondere Werke in Liedform zu schaffen.

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Hammamizade İsmail Dede schuf breitgefächerte Werke von Ayin-i Şerif, Kar bis Köçekçe, wobei 276 Kompositionen von mehr als 500 unsere Zeit erreichten.Dede Efendi gilt, nach Itri, als der beste Komponist der Klassischen Perioden. Weitere bedeutende Komponisten der Neoklassik-Periode sind: Mahmut II. (1785-1839), der Musik von Selim dem III. lernte und dessen 23 Lieder, ein Marsch, ein Volkslied und ein “tavşanca” unsere Zeit erreichten. Tanburi Hacı Numan Ağa (1750?-1834), Dellalzade İsmail Efendi (1797-1869) einer der Eliteschüler von Dede Efendi, Zekai Dede Efendi (1825-1897) ein weiterer Schüler von Dede Efendi, Tanburi Ali Efendi (1836-1902) und Hacı Arif Bey, der große Liedkomponist, welcher die Neoklassikperiode abschloss und die Romantik-Periode beginnen ließ.

 

5. Romantikperiode

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Die sich von Haci Arif Bey bis Hüseyin Saadettin Arel (1880-1955) über etwa ein halbes Jahrhundert erstreckende Romantik-Periode besitzt auch die Eigenschaft, ein Jahrhundert zu sein, in der die klassische Musik eine Zeit lang verboten wurde. Die Veränderung der Zivilisation, die Tatsache, dass sich die Zeit, in der sich die Menschen der Kunst widmeten, verringert hatte und die Veränderung des ästhetischen Sinnes und des Geschmacks führten dazu, dass Komponisten von großen Formen abkamen und sich der kleinen Musikformen und den Liedformen widmeten, die seit der Zeit Selim des III. bearbeitet und entwickelt wurden.

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Die Komponisten begannen, volksnahe Werke zu schaffen, in ihren Werken der gefühlvollen Aufrichtigkeit, der Erhabenheit, den nationalen und traditionellen Werten Ausdruck zu verleihen.

Rauf Yekta (1871-1935), Hüseyin Sadettin Arel (1880-1955) und Dr. Suphi Ezgi (1869-1962) haben durch persönlichen Einsatz ihre Arbeiten in der Türkischen Musikwissenschaft fortgesetzt. Die Schriften von Rauf Yekta, die Türkische Musik betreffend, fanden erstmals Platz in westlichen Enzyklopädien. Haci Arif Bey, Şevki Bey, Nikoğos Ağa, Tanburi Ali Efendi, Hacı Faik Bey, Tanburi Cemil Bey, Saadettin Kaynak, Münir Nurettin Selçuk, Yesari Asım Arsoy, Selahattin Pınar kann man als führende Komponisten aufzählen.

 

6. Reformperiode

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Diese Periode, die sich von Hüseyin Saadettin Arel bis in unsere Zeit erstreckt und aus verschiedenen Gründen im Hintergrund blieb, kann man als jene Periode bezeichnen, in der die Klassische Türkische Musik sowohl offiziell, als auch inoffiziell eine Institutionierung durchlebte. Arel, der erstmals im Stadtkonservatorium von Istanbul und später im Konservatorium für Höhere Türkische Musik unterrichtete, bildete sehr viele Studenten aus. Sein Student Ercüment Berker hat beim Chor der İstanbul Universität die Methoden und Systeme seines Lehrers angewandt. 1976 haben Alaeddin Yavaşça, Cüneyt Orhon, Cahit Atasoy, Necdet Varol, Halil Aksoy, Nevzat Sümer und viele andere, die ebenfalls direkt oder indirekt Studenten von Arel waren, das Istanbul Konservatorium für Türkische Musik errichtet. All diese Bemühungen brachten die Ausbreitung der Klassischen Türkischen Musik mit sich.

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Instrumenten

Kanun

kanunBetreffend Entdeckung, Geschichte und Entwicklung von Kanun (orient. Zither) gibt es unterschiedliche Informationen. In einigen Quellen wird behauptet, dass dieses Instrument von  FARABI (870-950), einem der großen türkischen Wissenschafter, erfunden wurde. Jedoch abgesehen davon, dass in einigen historischen Schriften aus der Antike erwähnt wird, dass Kanun durch Ägypter und Sumerer verwendet wurde, besagt eine alte arabische Erzählung, dass es  durch  İbn-i  Hallegan, einem Horasan-Türken, erfunden worden sei. In dem Buch „Türkische Musik“ von Rauf Yekta wird in einem Abschnitt über „Kanun“ folgendes erzählt: „Früher gab es für Spieler dieses Musikinstruments, wenn man den Ton mehr oder weniger erhöhen wollte, keine andere Möglichkeit, als auf die betreffende Seite mit dem Finger zu drücken. Um dieses schwierige Verfahren, das auch wenig Erfolg zeigte,  erleichtern zu können, hatte man vor dreißig Jahren (dieses Buch wurde 1913 gechreiben) daran gedacht, unter jede Saite zwei oder drei metallene Teile (Klammer) zu legen. Dadurch konnte, durch einfaches Heben und Senken der Klammer die gewünschte Saite auf hohe oder tiefe Tonlage eingestellt werden. „Kanun“ ähnelt einem Trapez mit einer langen Schrägseite. Diese  Form dient zum Zweck der Anpassung der Saitenlängen. Zu den zum Stimmen benötigten Schrauben auf der linken Seite, kamen später die Klammern. Es hat die Form einer nicht sehr tiefen Holzschachtel. Die Saiten sind auf der Brustseite des Instruments zu dritt und parallel gereiht. Mit einem Tonbereich von nahezu 3,5 Oktav und dem spezifisch auffällig  harmonischen Klang hat das Kanun einen besonderen Platz unter den verschiedenen Instrumenten und ist reich an Aus-druckskraft um jede Art von Empfindung auszudrücken. Es wird mit allen Fingern,  ähnlich der Spieltechnik der Harfe und Gitarre  gespielt, wobei es sich am meisten zur mehrstimmigen Musik eignet und Klavier der Türkischen Musik genannt wird.

 

Violine

kemanZwar weiß man nicht genau, wo die Violine (Geige) erstmals gebaut wurde, jedoch gelten im Mittelalter gebrauchte, mit Bogen gespielte Instrumente, wie die in England “Fiddle”, in Deutschland “Fiedel”, in Italien “Lira da Braci” und in Frankreich “Viel” genannten Instrumente, als Vorfahren der Violine. Lavignac schrieb, dass die Violine vom Kemençe-i guz (oghusische Spießgeige) abstamme. In manchen Quellen wird behauptet, dass sie nach dem “Rebab” der Araber entwickelt worden sei. Wann die Violine in das Land der Türken kam, ist nicht genau bekannt. Es wird behauptet dass in Städten wie Istanbul und Trabzon, die eine enge Beziehung zu lateinischen Ländern haben, schon sehr früh Vorfahren der Violine existierten. Die Violine ist wichtigstes Mitglied der mit Bogen gespielten Instrumentenfamilie. Ihre Stimme ist im Vergleich zu anderen Instrumenten der menschlichen Stimme in vieler Hinsicht ähnlicher. Sie hat einen Rumpf von 35 bis 36 cm. Abgesehen davon, dass sie ein kleines und leichtes Instrument ist, wird sie durchschnittlich aus 84 Teilen zusammengesetzt. Die Violine hat vier aus Metall oder Tierdarm hergestellte Saiten. Sie wird von tiefer zur hohen Tonlage mit: SOL-RE-LA-MI (G-D-A-E) gestimmt. Obwohl sie über das selbe Stimmsystem der westlichen Violine verfügt, wird diese, der Türkischen Musik entsprechend mit: DO-SOL-RE-LA (C-G-D-A) bezeichnet.

 

Ud

Dieses Instrument sahen die Araber erstmals in Händen der türkischen Arbeiter, die im 7. Jh. von Horasan nach Bagdat kamen, um zu arbeiten. Wegen des Resonanzkörpers, der aus Adlerholz (aloexion agallochum) hergestellt ist, nannten die Araber das Instrument “el-oud”. Wenn auch diese Bezeichnung bei den Türken Anklang fand, handelt es sich doch bei diesem Instrument um die  seit tausend Jahren bestehende Kopuz.

Da die Stellung des Duos Ney-Tanbur am osmanischen Hof  überragte, verlor Ud in den Jahrhunderten 16. bis 19.  an Ansehen. Im Gegensatz dazu haben ihr die Araber, die sie als „Königin der Instrumente“ bezeichneten, den Ehrenplatz eingeräumt. Die Westlichen jedoch, lernten sie im Zuge der Kreuzzüge in den Jahrhunderten 11. bis 13. kennen, brachten sie nach Europa und nannten dieses Instrument luth (fr.), lute (engl.), laute (deutsch), liuto (ital.), alaud (span.), luit (holl.), stets mit L beginnende Namen. Du setzt sich aus fünf Hauptelementen, dem Rumpf (Korpus), der Brust (Decke), dem Stiel, dem Kopf mit Drehknöpfen und den Saiten. Der Rumpf der Ud  wird aus vielen Holzarten wie Nuss-, Mahagoni-, Zwetschken-, Aprikosen-, Spitzahorn-, Kirschbaum, den importierten Hölzern wie Magase, Vengi, Balsampappe hergestellt. Das wichtigtse Element ist die Decke, sowie bei der Violine. Um den besten Klang zu erhalten sollte die Decke, das heißt, die Brust, aus sehr qualitativer und trockener Gemeinfichte hergestellt werden. 

 
 

Lavta

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Ney

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Rebab

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Santur

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Tanbur

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Yaylı Tanbur

yaylıEine Tanburart, die mit Bogen gespielt wird. Zwar gibt es Überlieferungen von Abdülkadir Maragi aus dem 15. Jh. darüber, dass Tanbur auch früher mit Bogen gespielt wurde, aber die uns heute bekannte Tanbur hat erstmals Cemil Bey entdeckt. Später wurde sie von Ercüment Batanay und Fahrettän Çimenli weiter-entwickelt und in die uns heute bekannte Form gebracht.

Yaylı Tanbur wird mit dem Rumpf auf beide Knie gestellt, wobei der Hals senkrecht zum Boden gehalten und mit einem Bogen, wie der Chellobogen, gespielt. Die Tonlage reicht über 2 Oktave, kann sich aber manchmal auf 2,5 Oktave erhöhen, wenn  auf der mittleren Saite gespielt wird. Lange und gebundene Töne, die auf der mit Schlagring  gespielten Tanbur nicht möglich sind, können auf der Yaylı Tanbur mit dem Bogen gespielt werden. Jedoch ist Yaylı Tanbur schwerer als der ohnehin schwer mit Schlagring zu spielenden Tanbur.

 

Kemençe

 

 

Kudüm

kudum2Der zu den Hauptelementen für Rhythmus  unserer klassischen Musik gehörender Kudüm ist einer unserer wichtigsten Schlaginstrumente. In der Geschichte wurde bei der Ausübung unserer religiösen und a-religiösen Musik zusammen mit den Nebenschlaginstrumenten vor allem Kudüm verwendet. Kudüm besteht aus 4 Teilen, dem Rumpf, dem Kamelfell, den Ringen und der Zahme (Holzstäbe). Der Resonanzkörper aus Kupfer ist schalenförmig und besteht aus zwei Teilen, einem großen und einem kleinen Teil. Der Durchmesser der großenSchale beträgt 30 cm, der der kleinen 28 cm. Um den gewünschten Klang bei Kudüm zu erzielen muss unbedingt Kamelfell verwendet werden. Das über die „Düm“-Ton gebende größere Schale zu spannende   Leder sollte 2 mm, über die „Tek“-Ton gebende kleinere Schale zu spannende   Leder sollte 1 mm stark sein. Beide Lederstücke werden in 19 gleichgroße Teile geteilt, mit dem Locher gelocht und mit einem speziellen Spannsystem über die Kupferschale gespannt. In die Mitte der mit  “viştal” oder “kıtık” (Kapok) bezeichnetem Material gefüllten Ringe werden die Kudüm hineingesetzt, die gewünschte Neigungnachvor hergestellt. Die wichtigste Aufgabe der Ringe ist, den Bodenkontakt der Kudüms zu unterbrechen und ihnen Elastizität zu verleihen. Zahme sind Holzstäbchen mit runden Enden, mit denen Kudüm geschlagen wird. Sie werden aus weichem oder mittelweichem Holz hergestellt.

 

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